Tel.: +49 (0) 36961 - 69 320

Das Comödienhaus Bad Liebenstein

Die Anfänge

Das Comödienhaus Bad Liebenstein wurde im Jahr 1800 unter der Regie Herzogs Georg I. von Sachsen-Meiningen (1761–1803) als multifunktionales Kurgebäude mit Theatersaal und umliegenden Badekammern erbaut und verfügt heute über 326 Sitzplätze und 4 Rollstuhlplätze.

Seine Eröffnung fand am Abend des 10. August 1800 – dem Geburtstag der Herzogin Mutter Charlotte Amalie – mit einem von der herzoglichen Hofkapelle begleiteten Maskenball statt. In den Folgejahren bespielten zur Badesaison wechselnde Schauspielgesellschaften, darunter die des Grafen Julius von Soden (1803) oder die Kurfürstliche Hofschauspieler-Gesellschaft von Hessen-Kassel (1806), das Theater und brachten Lustspiele und Opern u. a. von August von Kotzebue, Giovanni Paisiello, Luigi Cherubini und Wolfgang Amadeus Mozart zur Aufführung. Außerdem fanden Bälle, Maskenbälle und Chinoiserien statt.

Das Theater unter Herzog Georg II.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Bad Liebenstein unter Herzogin Luise Eleonore von Sachsen-Meiningen (1763–1837) und ihrem Sohn, Herzog Bernhard II. (1800–1882), zu einem mondänen Badeort für zahlreiche adlige und gut betuchte bürgerliche Kurgäste. Der Theaterherzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (1826–1914) lud im Jahr 1877 den Schauspieler Josef Kainz dazu ein, auf der Liebensteiner Bühne sein Talent der Badegesellschaft vorzustellen. Einige Jahre später gelangte dieser als Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters zu Weltruhm.

das theater nach herzogs zeiten

Auch im 20. Jahrhundert wurde das Theater bespielt, wenn auch – wie in Abschnitten des vorangehenden Jahrhunderts – nicht kontinuierlich. Seine jetzige äußere Form erhielt das Theater bei Umbaumaßnahmen im Jahr 1937. Zu DDR-Zeiten gastierte regelmäßig das „Meininger Theater“ im mittlerweile Kurtheater genannten Haus, beispielsweise mit Das Tagebuch der Anne Frank  und William Shakespeares Hamlet sowie zahlreichen Opernaufführungen wie Carl Maria von Webers Der Freischütz. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde es zunehmend stiller um das Kurtheater. Bis sich im Jahr 2002 eine Arbeitsgruppe aus engagierten Bürgerinnen und Bürgern gründete, sich um die Geschicke des Theaters kümmerte und zum Jahr 2004 (das man damals aufgrund von Forschungslücken noch als Jubiläumsjahr annahm) einen ganzjährigen Spielplan erstellte. Im Jahr 2007 wurde unter dem Vorsitz von Dr. Jochen Retzlaff aus der Arbeitsgruppe ein Förderverein gebildet, der bis zum Jahr 2017 die Spielplangestaltung sowie die Organisation und die Betreuung der Abendveranstaltungen ehrenamtlich durchführte. In diesen mehr als fruchtbaren Jahren waren zahlreiche Ensembles und Solokünstler zu Gast, so zum Beispiel das Ballett der Staatsoper Hannover, das Deutsche Nationaltheater Weimar, der Schauspieler André Eisermann, die Kabarettisten Georg Schramm, Simone Solga und Django Asül, die Neue Bühne Senftenberg und natürlich das Meininger Theater. Für das Jahr 2017 erfolgten Spielplangestaltung und Veranstaltungsorganisation gemeinschaftlich mit der Bad Liebenstein GmbH; im September 2017 hat Dr. Christian Storch als  Intendant die Theaterleitung übernommen. Ab 2018 trägt das Kurtheater wieder seinen historischen Namen Comödienhaus Bad Liebenstein.

© 2017 Bad Liebenstein GmbH

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete: