Tel.: +49 (0) 36961 - 69 320

Das Theaterstück „Luthers Entführung“

Martin Luther wird von Kaiser Karl V. und Papst Leo X. nach Worms zitiert, um seine Lehren zu widerrufen. Aber wie kann er das? Der Kaiser hat ihm freies Geleit zugesichert, aber ist er sicher? Luther macht sich auf den Rückweg in die Heimat seiner Väter, Möhra. Ein unbeschwerter Tag, eine Nacht, dann muss er weiter. Die Gegner ruhen nicht. Dann die folgenschwere Begegnung im Glasbachgrund, nahe Bad Liebenstein. Doch die Entführung entpuppt sich als Glücksfall. Auf der Wartburg soll er unerkannt seinen Häschern entzogen werden. Zeit, das zu tun, was er schon lange vorhatte: Die Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche. Nichts ist einfach auf der Wartburg, Langeweile plagt ihn, Einsamkeit. Dazu kommen leibliche Beschwerden, der Stuhlgang will nicht so, wie er soll. Doch da ist noch Katharina, eine entfernte Cousine aus Möhra. Sie spendet ihm Trost. Trost für seinen geplagten Leib, Trost für seine geplagte Seele. Zärtlichkeiten und mehr. Eine Liebesgeschichte von der die Historiker nichts wussten? Mag sein, im Theater ist alles möglich. Hier wird erzählt, wovon Wissenschaftler nur träumen. Unter anderem, wie die Legende vom Tintenfasswurf nach dem Teufel wirklich entstand. Garantiert. Und während draußen in der Welt die Unruhen aufflammen, brütet Luther über seiner Übersetzung und flirtet mit Katharina. Doch dann folgt das Erwachen und hat nicht nur schöne Seiten parat.

Die Hauptdarsteller

Jethro d. Gründer

Der Autor, Regisseur und Hauptdarsteller von „Luthers Entführung“ wurde 1958 in Görlitz geboren. Viele Jahre prägte er die Theaterwelt der Wartburgstadt Eisenach. Und sie prägte wohl auch ihn: Denn auf dem Gebiet der Lutherstücke ist er Experte. Von 1983 bis 1987 studierte er Schauspiel an der Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig. Bis 1993 hatte Gründer ein Engagement am Landestheater Eisenach, wo er auch erstmals Regie führte. Gemeinsam mit Oliver Nedelmann gründete er dann das „freie eisenacher burgtheater“. Dort wirkte Gründer als künstlerischer Leiter, Schauspieler, Regisseur und Autor. 2004 kam es zur Auflösung des Ensembles. Ein Jahr später feierte Gründer mit der Premiere von „Luther – das Schauspiel“ in Anlehnung an „Luther – der Film“ einen großen Erfolg, den er 2007 mit dem Stück „Tintenfass und Rosenwunder – Martin träumt Elisabeth“ fortsetzte. 2008 zog Jethro D. Gründer nach Sachsen, um sich seinen Jugendtraum zu erfüllen: Seither betätigt er sich als Horseman, bildet Pferde aus und betreibt ein eigenes Hoftheater. Seine Arbeit zeichnet sich dadurch aus, den Menschen zu zeigen, wie er ist, ihn nicht zu verklären, sondern mit Ecken und Kanten darzustellen – so auch Martin Luther in „Luthers Entführung“. Dort übernimmt Gründer erneut die Rolle des großen Reformators.

Lutz Schwarze

1943 in Sangerhausen geboren, wuchs der Schauspieler in Dessau auf und begann 1961 seine aktive Tätigkeit im Kabarett „Der Spiegel“ Dessau. Schwarze besuchte die Staatliche Schauspielschule Rostock und besaß Engagements am Landestheater Rudolstadt, am Landestheater Eisenach sowie am „freien eisenacher burgtheater“. Seit 2006 lebt Lutz Schwarze in Karlsruhe. Schwarze spielte unter anderem Hitler in „Mein Kampf“ von George Tabori, Salieri in „Amadeus“, Puck im „Sommernachtstraum“ oder den Faust. Seit 1998 gibt er alljährlich den James im Eisenacher „Dinner for one“. Michael Helbing, Redakteur der Thüringer Allgemeinen Zeitung, resümierte einmal: „Was Lutz Schwarze als Buttler James und die Darstellerin der Miss Sophie im Foyer des Hotels ‚Thüringer Hof‘ leisten, ist schauspielerisch bemerkenswert und urkomisch“. International tätig wurde er mit dem Einpersonenstück „barfuß nackt – Herz in der Hand“ von Ali Jalali. Damit brillierte der erfahrene Schauspieler beim Iranischen Theaterfestival in Köln 2000 und 2007 anlässlich des Internationalen Universitätstheaterfestivals in Teheran. Lutz Schwarze spielt in „Luthers Entführung“ den Vater Luthers, Kardinal Cajetan und weitere Rollen.

Friederike Ziegler

Die 1980 geborene Schauspielerin studierte von 2003 bis 2007 Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix-Mendelssohn-Bartholdy“ in Leipzig. Sie glänzt durch besondere Fähigkeiten wie Bühnenfechten, Akrobatik, Reiten, Tanz und Jonglieren und beherrscht das Spiel der Ukulele. Im Anschluss an ihr Studium war sie 2007 und 2008 am Markgrafentheater Erlangen tätig. Es folgten Engagements am Societätstheater Dresden mit dem Monolog „Fuck You, Eu.ro.Pa!“, am Theater der Jugend Wien, dem Landestheater Detmold, dem Theater Vorpommern sowie dem Theater der Altmark Stendal. Zieglers Vielseitigkeit kommt auch in ihren Rollen zum Ausdruck: Zu ihrem Repertoire gehören unter anderem die Antigone, Gretel in „Hänsel und Gretel“, Muck in „Der kleine Muck“ und Jagna in der Müritz-Saga „Schatten der Vergangenheit“. Außerdem gestaltet sie Soloabende wie „Ich will nach Chicago“ mit Texten von Philip Krückemeier und brilliert in den Chansons „KreiKa-Lieder über den alltäglichen Wahnsinn“. In „Luthers Entführung“ wird Friederike Ziegler als Marie und Luthers Cousine Katharina auf der Bühne zu sehen sein.

die besonderheit

Im Theaterstück „Luthers Entführung“ spielen neben den professionellen Hauptdarstellern viele Bürger unserer Region mit. So werden insgesamt über 30 Protagonisten auf der Bühne stehen. Vielleicht entdecken Sie Ihren Nachbarn, Bekannte oder Arbeitskollegen im Scheinwerferlicht wieder. Wir haben einige Stimmen für Sie eingefangen.

"Schlafende talente wecken"

Interview mit Autor, Hauptdarsteller und Regisseur Jethro D. Gründer

Jethro D. Gründer ist Autor, Hauptdarsteller und Regisseur von „Luthers Entführung“. Was ihn bewegt, was seine Arbeit auszeichnet und welche Gefühle er beim Publikum hervorrufen könnte, berichtet er dem Ensemble-Mitglied Felix Rappsilber.

chor - musik verbindet e.v.

Interview mit Chorleiterin Sandra Erbe-Grozdanic
„Musik ist das beste Labsal“ – Martin Luther

Auch das Labsal Musik spielt bei „Luthers Entführung“ eine entscheidende Rolle. Daher wirkt der Verein Musik verbindet e. V. unter der Leitung von Sandra Erbe-Grozdanic an der musikalischen Umrahmung des Theaterstücks mit. 

Laiendarsteller

Interview mit Kerstin Mieth
„Witz, Spannung und Herzschmerz“ 

Kerstin Mieth steht bei „Luthers Entführung“ zum ersten Mal auf einer Theaterbühne. Im Interview erzählt sie von Ameisen im Bauch, Luthers Stärken und Schwächen und ihren Hoffnungen für das Stück.

Göttlicher beistand

Interview mit Christoph Neumann, Pfarrer i. R.

„Ich hab’ es öfters rühmen hören, ein Komödiant könnt’ einen Pfarrer lehren.“ Johann Wolfgang Goethe

Hinter den Kulissen

weitere informationen

Projektträger: Stadt Bad Liebenstein
Unterstützer: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER)
RAG LEADER Wartburgregion e. V.
Autor und Regisseur: Jethro D. Gründer
Chor: Musik verbindet e. V. unter der Leitung von Sandra Erbe-Grozdanic

© 2017 Bad Liebenstein GmbH

Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete: